Die Herrschaft der Roten Khmer
Gestern machten wir uns auf, um die juengere Geschichte Kambodschas zu erkunden. Vom 17. April 1975 bis zum 7. Jaenner 1979 herrschten hier die Roten Khmer mit deren 1. Bruder Pol Pot. Unter ihrer Herrschaft starb jeder vierte Kambodschaner - entweder durch Hinrichtung, Hunger oder Krankheit. Wir schauten uns gestern das Tuol Sleng Museum - ein ehemaliges Gefaengnis, das nur sieben Menschen ueberlebten - und die Killing Fields von Choeung Ek - eine Gedenkstaette mit Massengraebern von ca. 20.000 Menschen - an.
Nach der Eroberung Phnom Penhs am 17. April 1975 wurde die Stadt innerhalb von drei Tagen geraeumt - die Stadtbevoelkerung musste auf's Land, um dort auf den Feldern wie Sklaven zu arbeiten, d.h. Phnom Penh war ueber drei Jahre eine Geisterstadt.
In Tuol Sleng (unter den Roten Khmern S-21) sassen die Staatsfeinde ein. "Staatsfeind" war ein jeder - zuerst die Anhaenger der Regierung Lol Nol's, dann die Intelektuellen (eine Fremdsprache zu sprechen oder Brillentraeger zu sein reichte schon aus), schliesslich auch die eigenen Maenner und Frauen aus Pol Pot's Regime - auch seine eigenen Leute waren fuer ihn Verraeter. Unter unbeschreiblichen Foltermethoden wurden den Haeftlingen die gewuenschten Gestaendnisse abgenommen. Einer der sieben Ueberlebenden hat Bilder ueber seine Erlebnisse in diesem Gefaengnis gemalt, die im Museum ausgestellt sind.
Einige Male im Monat fuhr ein Lkw nach Choeung Ek (immer nach Einbruch der Dunkelheit). Dort fanden die Hinrichtungen statt. Aus wirtschaftlichen Gruenden - Munition haette ja Geld gekostet - wurde den Opfern entweder die Kehle durchgeschnitten oder sie wurden erschlagen. Aus Angst vor Rache wurde auch immer die gesamte Familie ermordet - d.h. war der Vater "schuldig", mussten auch seine Frau und seine Kinder (ja, auch Babies) sterben.
In den 80er Jahren wurden die Massengraeber ausgehoben. 1988 wurde eine Gedenkstaette gebaut - eine Stupa, in der hinter Glas die Knochen und Kleidungsstuecke aus den Massengraebern aufbewahrt werden.


Geht man um die Gedenkstaette herum, sieht man am Boden Knochensplitter und Kleidungsstuecke von den Opfern, die der Monsunregen immer wieder aus der Erde schwemmt.
Fuer Maria und mich keine wuerdige Gedenkstaette fuer die Opfer, sondern eher eine "Zur Schau Stellung" - aber wahrscheinlich denkt dieses traumatisierte Volk ganz anders darueber.
Wir koennen die Brutalitaet kaum fassen - was Menschen sich alles gegenseitig antun koennen?! Und vor allem ist das alles noch gar nicht so lange her.
Wer Interesse an mehr Info zu diesem Thema hat: http://www.kas.de/wf/doc/kas_13579-1522-1-30.pdf?080429114426 --> ab Seite 69 auf Deutsch. Kuerzere Artikel (auch ueber die tlw. noch immer andauernden Gerichtsverhandlungen fuer die Befehlshaber) findet man auch in der FAZ, dem Spiegel und der Sueddeutschen.
Nach der Eroberung Phnom Penhs am 17. April 1975 wurde die Stadt innerhalb von drei Tagen geraeumt - die Stadtbevoelkerung musste auf's Land, um dort auf den Feldern wie Sklaven zu arbeiten, d.h. Phnom Penh war ueber drei Jahre eine Geisterstadt.
In Tuol Sleng (unter den Roten Khmern S-21) sassen die Staatsfeinde ein. "Staatsfeind" war ein jeder - zuerst die Anhaenger der Regierung Lol Nol's, dann die Intelektuellen (eine Fremdsprache zu sprechen oder Brillentraeger zu sein reichte schon aus), schliesslich auch die eigenen Maenner und Frauen aus Pol Pot's Regime - auch seine eigenen Leute waren fuer ihn Verraeter. Unter unbeschreiblichen Foltermethoden wurden den Haeftlingen die gewuenschten Gestaendnisse abgenommen. Einer der sieben Ueberlebenden hat Bilder ueber seine Erlebnisse in diesem Gefaengnis gemalt, die im Museum ausgestellt sind.
Einige Male im Monat fuhr ein Lkw nach Choeung Ek (immer nach Einbruch der Dunkelheit). Dort fanden die Hinrichtungen statt. Aus wirtschaftlichen Gruenden - Munition haette ja Geld gekostet - wurde den Opfern entweder die Kehle durchgeschnitten oder sie wurden erschlagen. Aus Angst vor Rache wurde auch immer die gesamte Familie ermordet - d.h. war der Vater "schuldig", mussten auch seine Frau und seine Kinder (ja, auch Babies) sterben.
In den 80er Jahren wurden die Massengraeber ausgehoben. 1988 wurde eine Gedenkstaette gebaut - eine Stupa, in der hinter Glas die Knochen und Kleidungsstuecke aus den Massengraebern aufbewahrt werden.


Geht man um die Gedenkstaette herum, sieht man am Boden Knochensplitter und Kleidungsstuecke von den Opfern, die der Monsunregen immer wieder aus der Erde schwemmt.
Fuer Maria und mich keine wuerdige Gedenkstaette fuer die Opfer, sondern eher eine "Zur Schau Stellung" - aber wahrscheinlich denkt dieses traumatisierte Volk ganz anders darueber.
Wir koennen die Brutalitaet kaum fassen - was Menschen sich alles gegenseitig antun koennen?! Und vor allem ist das alles noch gar nicht so lange her.
Wer Interesse an mehr Info zu diesem Thema hat: http://www.kas.de/wf/doc/kas_13579-1522-1-30.pdf?080429114426 --> ab Seite 69 auf Deutsch. Kuerzere Artikel (auch ueber die tlw. noch immer andauernden Gerichtsverhandlungen fuer die Befehlshaber) findet man auch in der FAZ, dem Spiegel und der Sueddeutschen.
rinnersi - 2011/01/25 14:52