Dienstag, 25. Januar 2011

Die Herrschaft der Roten Khmer

Gestern machten wir uns auf, um die juengere Geschichte Kambodschas zu erkunden. Vom 17. April 1975 bis zum 7. Jaenner 1979 herrschten hier die Roten Khmer mit deren 1. Bruder Pol Pot. Unter ihrer Herrschaft starb jeder vierte Kambodschaner - entweder durch Hinrichtung, Hunger oder Krankheit. Wir schauten uns gestern das Tuol Sleng Museum - ein ehemaliges Gefaengnis, das nur sieben Menschen ueberlebten - und die Killing Fields von Choeung Ek - eine Gedenkstaette mit Massengraebern von ca. 20.000 Menschen - an.

Nach der Eroberung Phnom Penhs am 17. April 1975 wurde die Stadt innerhalb von drei Tagen geraeumt - die Stadtbevoelkerung musste auf's Land, um dort auf den Feldern wie Sklaven zu arbeiten, d.h. Phnom Penh war ueber drei Jahre eine Geisterstadt.

In Tuol Sleng (unter den Roten Khmern S-21) sassen die Staatsfeinde ein. "Staatsfeind" war ein jeder - zuerst die Anhaenger der Regierung Lol Nol's, dann die Intelektuellen (eine Fremdsprache zu sprechen oder Brillentraeger zu sein reichte schon aus), schliesslich auch die eigenen Maenner und Frauen aus Pol Pot's Regime - auch seine eigenen Leute waren fuer ihn Verraeter. Unter unbeschreiblichen Foltermethoden wurden den Haeftlingen die gewuenschten Gestaendnisse abgenommen. Einer der sieben Ueberlebenden hat Bilder ueber seine Erlebnisse in diesem Gefaengnis gemalt, die im Museum ausgestellt sind.

Einige Male im Monat fuhr ein Lkw nach Choeung Ek (immer nach Einbruch der Dunkelheit). Dort fanden die Hinrichtungen statt. Aus wirtschaftlichen Gruenden - Munition haette ja Geld gekostet - wurde den Opfern entweder die Kehle durchgeschnitten oder sie wurden erschlagen. Aus Angst vor Rache wurde auch immer die gesamte Familie ermordet - d.h. war der Vater "schuldig", mussten auch seine Frau und seine Kinder (ja, auch Babies) sterben.

In den 80er Jahren wurden die Massengraeber ausgehoben. 1988 wurde eine Gedenkstaette gebaut - eine Stupa, in der hinter Glas die Knochen und Kleidungsstuecke aus den Massengraebern aufbewahrt werden.

P1010787

P1010790

Geht man um die Gedenkstaette herum, sieht man am Boden Knochensplitter und Kleidungsstuecke von den Opfern, die der Monsunregen immer wieder aus der Erde schwemmt.

Fuer Maria und mich keine wuerdige Gedenkstaette fuer die Opfer, sondern eher eine "Zur Schau Stellung" - aber wahrscheinlich denkt dieses traumatisierte Volk ganz anders darueber.

Wir koennen die Brutalitaet kaum fassen - was Menschen sich alles gegenseitig antun koennen?! Und vor allem ist das alles noch gar nicht so lange her.

Wer Interesse an mehr Info zu diesem Thema hat: http://www.kas.de/wf/doc/kas_13579-1522-1-30.pdf?080429114426 --> ab Seite 69 auf Deutsch. Kuerzere Artikel (auch ueber die tlw. noch immer andauernden Gerichtsverhandlungen fuer die Befehlshaber) findet man auch in der FAZ, dem Spiegel und der Sueddeutschen.

Eindruecke aus Kambodscha

In jeder Stadt gibt es hier natuerlich einen Markt, auf dem man alles kaufen kann.

Es gibt viel leckeres Obst:
P1010552

Natuerlich gibt es auch Fisch - in Kambodscha meist Suesswasserfisch:
P1010529

Und abends, wenn die Tagesmaerkte geschlossen sind, gibt es bei 100en von Garkuechen auch was Feines zu kaufen - teilweise wohl untauglich fuer westliche Geschmacksnerven. Unten links: Haxerl und gestocktes Blut (glaube ich zumindest), Mitte: Zunge und sonstige Innereien
P1010522

Auch in der jetzigen Trockenzeit kann man einige schoene, gruene Reisfelder sehen:
P1010664

Das Land ist eigentlich nur flach. In der Naehe von Battambang gibt es aber zwei Huegel, einer davon ist der sogenannte Krokodilberg:
P1010750

Wie Maria schon beschrieben hat, faehrt man in diesem Land Moped. Hier ein Bild einer Tankstelle im Landesinneren - links der Treibstoff in Limonadenflaschen und rechts die Snacks:
P1010755

Und - man kann mit einem Moped einfach alles transportieren:
P1010742

Wie in Thailand, sind in Kambodscha die meisten Menschen Buddhisten. Allerdings sieht man hier mehr Nonnen als in Thailand:
P1010673

Und so schoen dieses Land auch ist, die dreckige Luft (Abgase und Staub) macht uns etwas zu schaffen. Ich finde ja, wir waeren superklasse kranke Schwestern:
P1010808

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Und...
wia is wieda dahoam???
JoPS - 2011/05/02 19:43
Coole Sounds, geniale...
Coole Sounds, geniale Bilder!! Mag auch nach NZ :)...
re-spect - 2011/04/11 08:01
Rueckblick auf Neuseeland
Einen wunderschoenen Guten Morgen, meinem Jetlag habt...
rinnersi - 2011/04/11 02:29
Endlich wieder in Asien
Nach einem netten Flug von Christchurch nach Sidney...
rinnersi - 2011/04/08 17:53
poetisch...
liabe siegi! mei, du kannst aber poetisch sein... und...
JoPS - 2011/04/07 12:52

Links

Suche

 

Status

Online seit 5571 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2011/05/02 19:43

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren